AK Sinti/Roma und Kirchen

in Baden-Württemberg

2020: Internationaler Roma-Tag

Pressemitteilung vom 6.4.2020, Ulm


Presseerklärung des Beauftragten der Evangelischen Landeskirche in Württemberg zum Internationalen Romatag am 8. April 2020:

In diesem Jahr darf wegen der Kontaktbeschränkungen zur Eindämmung des Corona-Virus keine Versammlung stattfinden. So begehen Sinti, Roma und Kirchen in Baden-Württemberg den Internationalen Romatag im Stillen.

Am 8. April 1971 trafen sich erstmals 23 Repräsentanten der Minderheit aus 14 Ländern Europas in Orpington bei London und gründeten den Welt-Roma-Kongress. Ziel war der Kampf um soziale Gerechtigkeit und Gleichberechtigung.

Vor 40 Jahren, am 4.-11. April 1980 begaben sich Sinti in Dachau in einen Hungerstreik. Diese Aktion fand national und international Beachtung und führte zu einer Stärkung der Bürgerrechtsbewegung der Deutschen Sinti und Roma. 1990 veröffentlichte die EKD eine Denkschrift „Sinti und Roma“. Den Vorschlägen darin folgten jedoch wenig Taten.

1999 wurde gemeinsam mit dem Landesverband Deutscher Sinti und Roma Baden-Württemberg der Arbeitskreis Sinti/Roma und Kirchen Baden-Württemberg gegründet, der sich seither für die Überwindung von Diskriminierung und des Antiziganismus in den Kirchen einsetzt.

Auf Initiative aus Württemberg geht auch das 2017 gegründete Netzwerk Sinti, Roma und Kirchen in Deutschland zurück. Romani Rose, der Vorsitzende des Zentralrats der Deutschen Sinti und Roma sagte in einem Interview mit der EKD am 04.04.2020: „In den letzten Jahren sind der vertrauensvolle Austausch und die Zusammenarbeit zwischen evangelischer Kirche und Zentralrat gewachsen, insbesondere durch das Netzwerk Sinti, Roma und Kirchen.“

Dieses Engagement zur Überwindung von Antiziganismus ist weiter dringend nötig. Speziell in Südosteuropa äußert sich in Folge der Corona-Krise nun erneut Antiziganismus. Außerdem geraten jetzt wieder Roma in eine große humanitäre Notsituation.

Andreas Hoffmann-Richter, Ulm

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