AK Sinti/Roma und Kirchen

in Baden-Württemberg

Veröffentlichungen

Seit Jahrhunderten leben Sinti und Roma in Europa, wo sie in den einzelnen Ländern historisch gewachsene und alteingesessene Minderheiten bilden. In Deutschland beispielsweise leben heute rund 70.000 Sinti und Roma. In ihren Familien verwenden sie neben Deutsch als zweite Muttersprache die Sprache Romanes.

„Zigeuner“ ist eine in ihren Ursprüngen bis ins Mittelalter zurückreichende Fremdbezeichnung durch die Mehrheitsbevölkerung und wird von der Minderheit selbst als diskriminierend abgelehnt. An ihre Stelle ist der authentische Eigenname „Sinti und Roma“ getreten. Dabei bezeichnet „Sinti“ die in Mitteleuropa seit dem Spätmittelalter beheimateten Angehörigen der Minderheit, „Roma“ diejenigen südosteuropäischer Herkunft.

Quelle: Dokumentations- und Kulturzentrum deutscher Roma und Sinti, Internet www.sintiundroma.de

Serbien - ein sicheres Herkunftsland?

Eine asylpolitische Studienreise 2016. Hier die Dokumentation. Zusammenstellung von Manuel Werner, Reutlingen.

Diese pdf kann heruntergeladen werden: 52 Seiten und 6,5 MB.

Roma-Flüchtlinge aus Serbien haben inzwischen so gut wie keine Chance, in Deutschland bleiben zu können, denn Serbien gilt als „sicheres Herkunftsland“. Welche Realität Rückkehrer in Serbien erwartet, war im Oktober 2016 das Thema einer asylpolitischen Studienreise unter der Leitung der Ev. Akademie Bad Boll.

Täglich kehren Roma aus der EU nach Serbien zurück – in ein Land, in dem Roma über Jahrhunderte hinweg von wechselnden Herrschern unterdrückt wurden. Immer wieder stießen die Reisenden auf in Stein gemeißelte Anklagen der Untaten der deutschen Waffen-SS. Diese Ära mag vergangen sein, aber die Diskriminierung der Roma hält an.

Leben in Serbien 200.000 oder 600.000 Roma? Die offiziellen Statistiken widersprechen sich. Viele Roma geben sich als Angehöriger anderer Minderheiten aus, das erschwert eine seriöse Zählung, bekümmert aber die Regierung nicht. Das Land Serbien überlässt sie nach wie vor bitterster Armut und weitgehend sich selbst.

Die Dokumentation berichtet von einer Not mitten in Europa, die national wie international weitgehend nicht zur Kenntnis genommen wird, und von den Wenigen, die sich ihr entgegen zu stemmen versuchen.