AK Sinti/Roma und Kirchen

in Baden-Württemberg

Gemeinsam gegen Diskriminierung

  • für Anerkennung
  • für Menschenrechte
  • gegen Antiziganismus

Der Glaube an Gott war für uns eine große Stärke, der Glaube, dass die Ungerechtigkeit einmal versagen und die Gerechtigkeit siegen wird. Das haben wir immer gehofft!

Ceija Stojka, Überlebende mehrerer Konzentrationslager

Kino Arsenal in Tübingen: Fokus auf Osteuropa

Liebe Engagierte in AK Sinti/Roma und Kirchen in Baden-Württemberg,
wir möchten Sie und Ihre Kollegen und Vereinsangehörige herzlich zu uns ins Kino ARSENAL in Tübingen einladen - wir denken, einen sehr passenden Film für alle Interessierten an osteuropäischer Sinti-Geschichte bei uns im Programm zu haben! Wir freuen uns

auf Ihren Besuch & auf die Weiterleitung dieser Nachricht über Ihren Verteiler. Falls jemand das Roma-Tag Festival in Stuttgart verpasst hat, gäbe es bei uns noch die Möglichkeit den Film PAPUSZA zu sehen. Falls Sie uns direkte Kontaktdaten zu passenden Institutionen aus unserer Umgebung mitteilen könnten, wären wir ebenfalls sehr dankbar. Im Folgenden hänge ich einfach mal Infos zum Film und unsere Kontaktdaten an. Beste Grüße, Hanna Szczepkowska


ARSENAL GOES EAST: Frauen zwischen Glaube und Flucht!
Endlich ist es soweit! Wir werden unseren cineastischen Fokus auf OSTEUROPA fixieren und servieren euch ab jetzt in einem zweimonatigen Rhythmus bestimmte Doppel-Motive aus dem weit entfernten Osten zum Kennenlernen, Analysieren und Bewundern.

Die neue Filmreihe „Arsenal goes East“ fängt ebenfalls in Kooperation mit dem Slavischen Seminar der Universität Tübingen an. Der Name soll natürlich an das ursprüngliche goEast! Festival des Mittel- und Osteuropäischen Films in Wiesbaden erinnern, dessen Botschaft auch uns sehr am Herzen liegt. Gezeigt werden dementsprechend auch bei uns Filme, welche sich mit der osteuropäischen Thematik auseinandersetzen.

Unsere Reise fängt gleich mit einem gar nicht so weit entfernten Nachbarn an: POLEN liegt im FOKUS, denn gerade im Mai feiert das filmPOLSKA Festival in Berlin bereits zum vierzehnten Mal sein Jubiläum!

Im ersten Teil unserer Reihe konzentrieren wir uns besonders auf starke Frauen, welche sich in einem Zwiespalt zwischen ihrem Glauben und der Flucht aus dem Alltag wiederfinden. Die Protagonistinnen der beiden Werke leben in Polen und gehören einer Minderheit an. Die Filme zeigen die Hochs und Tiefs ihres Daseins und erlauben tiefe Einblicke in das Leben der beiden (vor dem Leben flüchtenden) Frauen.

Das Frauen-Thema soll auch die jetzige politische Situation der Frauenrechte in Polen zum Ausdruck bringen, denn dieses Land hat eines der strengsten Gesetze gegen Abtreibungen in Europa. Das derzeit geltende Recht erlaubt Schwangerschaftsabbrüche in Polen nur bei Gefahr für Leben oder Gesundheit der Mutter, nach Vergewaltigung oder Inzest, oder wenn der Fötus bleibende Missbildungen aufweist. Seit dem Jahr 2016 engagiert sich eine aktive Protestbewegung der Bürger/innen gegen eine Verschärfung der Gesetze zur Abtreibung, die von der jetzigen PiS-( Recht und Gerechtigkeit)-Regierung vorgeschlagen wurde. Das umstrittene Gesetz sieht sogar vor, die Abtreibung in Polen grundsätzlich zu verbieten.

So viel von uns, alles andere werdet ihr selbst entdecken!

💮 ▪ IDA ▪ (OmU) ▪ 6. Mai | 18:00
Polen 2013 | 80 Min. | Regie: Paweł Pawlikowski | Originalfassung (Polnisch) mit deutschen Untertiteln
#Polender60er #Kommunismus #Antisemitismus #Judaismus #Katholizismus

Die 18-jährige Novizin Anna wuchs in einem Waisenhaus auf und bereitet sich nun auf ihr Gelübde vor. Doch bevor sie dieses ablegen darf, stellt die Äbtissin die als Waise aufgewachsene Anna vor eine überraschende Aufgabe: Sie soll ihre letzte verbleibende Verwandte treffen. Anna fährt in die Stadt zu Wanda, der Schwester ihrer Mutter, der sie noch nie begegnet ist. Das Aufeinandertreffen des behütet aufgewachsenen, religiösen Mädchens und der mondänen wie parteitreuen Richterin wird das Leben beider Frauen verändern.

Bei dem Besuch wird Anna von ihrer Tante konfrontiert: Denn Anna ist gebürtige Jüdin namens Ida Lebenstein, deren Eltern während des Zweiten Weltkrieges von Nachbarn erst versteckt und dann doch ermordet wurden. Auf der Suche nach dem Grab ihrer Eltern begeben sich die beiden Frauen auf eine Reise durch Polen.

Bei dieser Reise, im Stil eines Roadmovies, lernt Ida zunehmend die Welt außerhalb des Klosters kennen. Hierbei trifft sie auf den Saxophon spielenden Musiker Lis und zahlreiche weitere Personen: Eine Reise, die das Leben der beiden Frauen tiefgreifend verändert.

In eindrücklichen Schwarz-Weiß-Bildern, still und intensiv, erzählt der Oscargekrönte Regisseur Pawel Pawlikowski („Cold War") von zwei Frauen, denen das Vergessen nicht gelingt. IDA ist für den polnischstämmigen Filmemacher auch eine Beschäftigung mit seinem Geburtsland Polen und den eigenen Wurzeln. Seine poetische wie klare filmische Annäherung an die bis heute mit Schweigen belegte Gemengelage aus Antisemitismus, Katholizismus und Kommunismus stellt eine zu Recht
ausgezeichnete Perle europäischen Filmschaffens dar.

Trailer:
https://www.youtube.com/watch?v=9NMTeQjen3I

Ausgezeichnet mit dem Oscar® 2015
Bester fremdsprachiger Film
Ausgezeichnet mit dem Europäischen Filmpreis 2014
Bester Film, Regie, Drehbuch, Kamera, Ausstattung und Publikumspreis

 

💮 ▪ PAPUSZA - Die Poetin der Roma ▪ (OmU) ▪ 20. Mai | 18:00
Polen 2013 | 131 Min. | Regie: Joanna Kos-Krauze und Krzysztof Krauze | Originalfassung (Romanes/Polnisch) mit deutschen
Untertiteln
#Kriegszeit #Kommunismus #KulturderRoma #Nationalsozialismus

PAPUSZA schildert in einer großartigen Erzählung das Leben einer Roma-Dichterin, von ihrer Mutter liebevoll „Papusza“ genannt. Bei Papuszas Geburt in Ostpolen prophezeien ihr die Roma-Frauen, dass „sie allen großen Stolz oder große Scham“ bringen wird. Als junges Mädchen lernt sie heimlich bei einer jüdischen Buchhändlerin lesen und schreiben und entdeckt die Welt der Poesie. Als sie nach dem Zweiten Weltkrieg auf den Schriftsteller Jerzy Ficowski trifft, ermutigt sie dieser, ihre Gedichte aufzuschreiben. Ihre Werke erzählen von ihren Wünschen und Träumen, von der Liebe zur Natur und der Sehnsucht nach dem gemeinschaftlichen Reisen. Jahre später (1956) werden ihre Gedichte ins Polnische übersetzt und veröffentlicht. Papusza wird schlagartig berühmt. Doch für den Ruhm zahlt sie einen hohen Preis…

PAPUSZA basiert auf der wahren Lebensgeschichte der ersten Dichterin der polnischen Roma Bronisława Wajs (1910-1987). Die Regisseure Joanna und Krzysztof Krauze drehten einen poetischen, in betörenden Schwarzweiß- Bildern gehaltenen Film, der zugleich ein episches Geschichtspanorama darstellt. Der Film verfolgt das harte Leben der fahrenden Roma, die Verfolgung vor und nach dem Krieg bis hin zu den Zwangsmaßnahmen zur Sesshaftmachung durch die kommunistische Regierung Polens. Denn die Biografie von Papusza ist eng verknüpft mit der Geschichte und Kultur der Roma in Polen im 20. Jahrhundert.

Ein Drama, das tief unter die Haut geht. Begleitet von der melancholischen Musik der Roma entfaltet PAPUSZA eine enorme dramatische Kraft, lässt die archaische und brutale, zugleich wunderschöne und naturverbundene Welt der Roma lebendig werden. Krzysztof Krauze hat sich mit einem Meisterwerk ins Jenseits verabschiedet.

Trailer:
https://www.youtube.com/watch?v=MIe382o5J30

Ausgezeichnet mit 12 internationalen Festivalpreisen
PAPUSZA gewann unter anderem den Sonderpreis der Jury beim Istanbul International Film Festival im Jahr 2014 und den Eagle Award bei den Polish Film Awards 2014.
Zur Veranstaltung auf Facebook: https://www.facebook.com/events/2099557190340737/

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Die Vorführungen findet in Kooperation mit dem Slavischen Seminar der Universität Tübingen statt | Hauptseminar: "Unsere Nachbarinnen: Jüdinnen und „Zigeunerinnen“ in der neuesten Literatur Zentraleuropas" (SoSe 2019).

ARSENAL GOES EAST
im Kino Arsenal
Kartenvorbestellung: 07071-999 75 31 oder Diese E-Mail-Adresse ist vor Spambots geschützt! Zur Anzeige muss JavaScript eingeschaltet sein!
Hintere Grabenstraße 20
Tübingen
--
Hanna Szczepkowska
Assistenz Organisation
Programm & Marketing
Arsenal Kinobetriebe Stefan Paul e.K.
Hintere Grabenstr. 20
D-72070 Tübingen
Tel. +49 7071 9296-21
www.arsenalkinos.de


 

Über uns

  • Wer wir sind

    Wir sind Sinti und Roma, Nicht-Sinti und Nicht-Roma, aus Baden-Württemberg. Wir sind mehrheitlich Mitglieder evangelischer oder katholischer...

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  • Was wir wollen

    Wir nehmen Diskriminierung und Vorurteile gegen Sinti und Roma wahr, machen sie kenntlich und suchen sie zu überwinden.

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  • Was Sie tun können

    Sie können sich in vielfältiger Weise einbringen, indem Sie sich mit uns vernetzen, zu unseren Treffen kommen und uns unterstützen,

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Unterstützer


Evangelische Landeskirche in Württemberg


Evangelische Mission in Solidarität


Deutsche Ostasienmission

Gedenktage

27. Januar: 1945 Befreiung des Vernichtungslagers Auschwitz
15. März: 1943 Deportationen aus Baden & Württemberg
08. April: Internationaler Romatag
16. Mai: 1940 Deportationen (Hohen-asperg) gemäß "Grenzerlaß" (Elsass, Saarland, Baden/Karlsruhe) 
02/03. August: 1945 "Auflösung" von Auschwitz-Birkenau
16. Dezember: 1942 Himmler-Erlass.

"AUF WIEDERSEHEN IM HIMMEL!" - Vor 75 Jahren (1942) besiegelte der "Auschwitz-Erlass" den Mord an den Sinti und Roma. Seit 1994 wird am 16. Dezember der verfolgten und ermordeten Sinti und Roma gedacht. Heinrich Himmlers "Auschwitz-Erlass" leitete vor 75 Jahren den Genozid im Vernichtungslager ein.